Viel Neues beim EBM-Start am Rechberg
FLADNITZ (pw) Gleich mit einem ersten Saisonhöhepunkt beginnt am kommenden Wochenende die Europa-Bergmeisterschaft 2026. Von den letztjährigen Top-Leuten im EBM-Klassement sind praktisch alle für den Grossen Bergpreis von Österreich 2026 gemeldet. Wenn man die «Historischen» miteinbezieht, die ebenfalls um EM-Punkte und andere Meisterschaften fahren, sind insgesamt rund 270 Wagen aus 18 Nationen (!) gemeldet, allein 75 in den sieben EBM-Gruppen. Selbstverständlich ist dies nicht. In der EBM-Division 2 der Rennsportwagen mussten alle entweder ein kostspieliges Sicherheitsupdate montieren oder gleich ein neues Auto mit Front-Überrollbügel anschaffen.
Umso erfreulicher ist die Rückkehr sämtlicher letztjähriger EM-Laufsieger, angefangen bei Multichampion Christian Merli (I), Rechberg-Vorjahressieger Kevin Petit (F) und dem aus Spanien weit anreisenden Joseba Iraola Lanzagorta, dem die Startnummer 1 gebühren wird. Petit hat sich bereits zuhause am Col Saint-Pierre warmgefahren (und gewonnen, Foto unten rechts), Iraola in Spanien ebenfalls. Mit dem Tschechen Petr Trnka und dem Süddeutschen Alexander Hin kehren zwei weitere schnelle Leute mit neuen Nova Proto NP01 zurück. Wie Merli setzt Hin auf einen Cosworth-V8-Motor von Mader, alle anderen in der Gruppe P1 haben 1750-Kubik-Turbomotoren im Heck. Zu diesen gehört auch der Vorarlberger Christoph Lampert. Nach dem letztjährigen Debakel will der schnellste Österreicher im Feld mit einem umfangreich optimierten Nova Proto NP01 mit Honda-Turbomotor wieder ein Wort um den Heimsieg mitreden, zählt jedoch nicht zur EBM.
Neues gibt es auch bei den kleineren Prototypen. Vize-Europameister Fausto Bormolini kommt nun mit einem Wolf Mistral Turbo, weil sein Reynard K02 für die EBM nicht mehr zugelassen ist. In der Gruppe P2 wird er damit u.a. auf «O’Play» auf einem Nova NP03 Aprilia treffen, mit dem der letztjährige Tourenwagen-Bergeuropameister aus Italien sein Debüt bei den offenen Fahrzeugen geben wird.
Wenn man von einem grossen Abwesenden am Rechberg sprechen kann, dann von Karl Schagerl. Der «Hausherr» entwickelt offenbar einen neuen Turbomotor für seinen VW Golf, was Zeit benötigt und keinen Start vor Spätsommer ermöglicht. Schade, denn so werden die Ausländer wie im Vorjahr nach Schagerls Defekt im Training den Tourenwagensieg unter sich ausmachen. Auch Ronnie Bratschi fehlte 2025 in der Steiermark, kehrt aber umso stärker zurück. Obwohl der unter tschechischer Nationalität im neuformierten Liqui Moly Racing Team startende Schweizer zuletzt drei EBM-Siege in Folge feierte (Osnabrück, Les Rangiers und Ilirska Bistrica) und dabei zwei neue Streckenrekorde aufstellte, hat er seinen Mitsubishi Lancer Evo 7 RS im Rahmen des FIA-Reglements nach PF-Faktor weiter optimiert.
Nach seinem EBM-Lehrjahr 2025 wird auch Grzegorz Rozalski mit seinem Mitsubishi-Monster (Foto unten links) noch stärker auftreten. 2025 gewann der Pole die Performance-Gesamtwertung vor Reto Meisel, Igor Stefanovski und Bratschi, der allerdings nur viermal punktete. Meisel gewann mit seinem Mercedes SLK340 mit Judd-V8-Motor im Vorjahr am Rechberg und später auch in Portugal und Kroatien, ist also jederzeit eine harte Nuss für die Turbokonkurrenz und zur Stelle, wenn diese Schwäche bekundet. Mit seinem schwergewichtigen Ferrari 488 Challenge Evo tut sich der Mazedonier Stefanovski noch schwerer, macht das Handikap aber immer mit Mut, Ehrgeiz und grossem Können wett, was ohnehin alle Spitzenreiter an den Tag legen müssen. Zwei weitere schnelle Fahrer mit einzigartigen Autos sind der mit Austria-Lizenz startende Bulgare Niki Zlatkov im Audi Quattro S1 Pikes Peak (zuletzt Mickhausen-Sieger 2024) und der Tscheche Dan Michl im Lotus Elise Hartley V8. Man könnte noch x Fahrer und Autos aufzählen, die ebenfalls einen optischen und akustischen Genuss versprechen, doch würde dies hier den Rahmen sprengen.
Diese sportliche Ausgangslage und der Blick in die komplette Startliste, von hinten angeführt von sechs niedlichen Steyr Puch 650 TR (die ich unglaublich mag), versprechen also spektakulären Motorsport, wie man ihn am Berg nicht besser erwarten kann. Zumal das Wetter freundlich sein soll und somit optimale äussere Bedingungen herrschen sollten. Mehr erfährt man unter www.rechbergrennen.co.at/
von Peter Wyss
von Peter Wyss
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