Bergrennen in Deutschland

Trauriger Zajelsnik trotz Gesamtsieg und Streckenrekord

HAUSEN (hes) Patrik Zajelsnik landete seinen vierten Gesamtsieg in Folge beim Hauenstein-Bergrennen und verbesserte auch den von ihm gehaltenen Streckenrekord auf. 1:35.18 Minuten. Trotzdem war dem Deutsch-Slowenen nicht wirklich zum Feiern zumute, was auch die Tatsache dokumentierte, dass er seinen Nova Proto komplett unlackierte hatte. Der Bolide kam tiefschwarz und ohne eine Sponsoren-Werbung daher, nur die vier Buchstaben Alex waren zu erspähen. Denn der Seriensieger aus Freiburg trauert um seinen im März an einem Herzinfarkt verstorbenen Bruder und ebenfalls Bergrennfahrer Alexander Zajelsnik, dem er jetzt den Sieg im Rhöndorf Hausen widmete.

Es hätte der Tag des Bad Neustädters Benjamin Noll werden können, denn der 23-Jährige lag nach dem ersten Lauf nur sieben Zehntelsekunden hinter Zajelsnik. Aber er konnte den Freiburger nicht erstmals schlagen, weil im zweiten Durchgang der Motor streikte und er obendrein im dritten Durchgang Schaltprobleme bekam. „Ich bin persönlich heuer sehr gut drauf“, kommentierte Benjamin Noll sein Formhoch, hatte er doch zuletzt in seinem Osella PA 30 V8 zwei Gesamtsiege feiern können, da Zajelsnik pausierte hatte. Umgekehrt lief es für seinen Teamkollegen Georg Lang, den am Trainingssamstag der Technikteufel plagte. „Es war ein sehr arbeitsreiches Wochenende“, resümierte der Schweinfurter, aber zog ein positives Fazit die Arbeit hatte trug Früchte: Denn bei der Premiere seines PRC-Sportrennwagen in der Hochrhön fuhr bei zum Abschluss die persönliche Bestzeit von 1:45,56 Minuten und wurde Klassenzweiter und Gesamt-Siebter. Zudem bestiegen die vom Rennsportteam Lang betreuten Benjamin Noll und auch der Luxemburger Tommy Rollinger im Osella FA 30 als Dritter das Gesamtsiegerpodest. Etwas geknickt war der Marktheidenfelder Kai Lanig, der im Team Zajelsnik fährt. Er schlug sich im Rahmen seiner ansprechend, doch im letzten Rennlauf knallte er in die Leitplanken und demolierte die Frontpartie seines Norma M 20 FC. „Das Geld für meinen Rennwagen habe ich mir über Jahre zusammengespart“, verriet Lanig, wie er sich seinen motorsportlichen Traum verwirklichte. „Das wird mir jetzt bestimmt 10.000 Euro kosten“, haderte er jetzt mit den Crash-Folgen.

In der Tourenwagen-Gesamtwertung, wo einige tolle „Berg-Monster“ sich zusammen gefunden hatten, profitierte der Schweizer „Speedmaster“ von der Wertung zwei aus drei. Der Thuner trat zum dritten Lauf nicht mehr, der er sich im zweiten Durchgang den Unterboden seines Ford Escort Cosworth, an einer Bodenhülse beschädigte. Es reichte dennoch für Rang zwei. Der Tourenwagen-Sieger Stefan Hetzenauer aus Österreich, fuhr mit seinem Subaru drei Mal Bestzeit und siegte hochverdient. Allrounder und Gelegenheits-Berg-Fahrer Rainer Noller fuhr mit dem Porsche 991.1 GT3 Cup zum zweiten Mal auf ein Berg-Podium mit Rang 3, nach seinem Gesamtsieg im Frühjahr in Schotten. Bei Mitfavorit Mario Minichberger (VW Corrado 4×4) schlugen bereits im ersten Training Flammen aus dem Motorraum, was das aus bedeutete.

Aus der Rhön mischten einige Lokalmatadore mit, so mischte alleine in der Klasse 8 mischte ein Quintett von Rennfahrern in 3er-BMW wie der Oberelsbacher Andre Krämer mit. Der Hausener Johannes Wetzel bestritt erstmals seit 2019 wieder ein Bergrennen und holte sich unter 16 Konkurrenten den hervorragenden Platz zwei, ähnlich gut schnitt der Oberelsbacher Alexander Reder auf Rang vier ab. Jasmin Markert im VW Polo war die einziger Rhönerin, sie überzeugte mit beherzten Vorstellungen auf der 4,2 Kilometer langen Strecke. Ordentlich Gas gaben auch der Schweinfurter Jochen Federlein im BMW M3 sowie der Vorsitzend des AC Schweinfurt, Thomas Gahlen im 3er-BMW. Mit Daniel Winkler vom MSC Erftal landete ein Unterfranke gar einen Klassensieg. Der Miltenberger pilotierte den ziemlich neuesten Tourenwagen im Feld der rund 200 Teilnehmenden einen Audi RS 3 TCR aus dem Baujahr 2022. Der für den MSC Rhön startende Burgebracher Yannick Hofmann war im NSU-Bergpokal nicht zu schlagen und punktete, u.a. in der DM voll. Jedoch musste für den Renntag, Vater Steffen seinen Motor an den Junior abtreten, dass dessen Triebwerk zickte.

„Das Hauensteinrennen war bestens organisiert“, lobte Patrik Zajelnsnik die Verantwortlichen des MSC Rhön mit dem Vorsitzenden Bernd Seyd und Rennleiter Jochen Seyd. Eindrucksvoll war erneut, wie viele Fans entlang der Strecke ihre Zelte und Wohnmobile stellten und en langes Wochenende direkt an der Strecke genossen. So etwas sucht seines Gleichen. Zudem beindruckten die Hauserinnen und Hausener mit ihrer Gastfreundschaft, öffneten sie doch gerne ihre Garagen und Höfe für die Rennfahrer und Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz und waren mit Infrastruktur behilflich.

Text und Fotos von Hartmut Hess