Bergrennen in Deutschland

Der Kronprinz besteigt den nationalen Thron

ELZACH / BAD NEUSTADT (hess)  Kaum 23 Jahre alt und schon Deutscher Meister der Rennsportfahrzeuge: Benjamin Noll hat die Gunst der Stunde genutzt und war im Osella FA 30 in Mickhausen noch auf dem letzten Drücker mit dem Delbrücker Formel 3-Piloten Bastian Voss gleichgezogen und durfte sich als Champion bei den Rennsportfahrzeugen feiern lassen.

Er ist gut befreundet mit dem Titelträger der Tourenwagen-Division, dem Burgebracher Jannik Hofmann. Nachdem sie recht jung nationalen Thron bestiegen haben, stellt sich die Frage nach weiteren Zielen. Beim Pressegespräch im Hause Hofmann überlegte Janni kurz, dann preschte seine Mutter Silke Hofmann schmunzelnd dazwischen: „Beide haben gute Rennautos und sind Titelträger, sie müssen sich nur noch Frauen suchen. Das bedeutet, dass zwei Prinzen ihre Prinzessinnen suchen, gilt doch Benni Noll als Kronprinz in der DM hinter Patrik Zajelsnik und Jannik Hofmann fährt mit den NSU TT bekanntlich einen Prinzen. Die Freunde sind jeweils 23 Jahre jung – nur die Boliden, die sie steuern, kommen aus zwei ganz anderen Welten. Hier der fast schon antike NSU Prinz mit gerade 140 PS, da der High-Tech-Prototyp Osella FA 30 mir knapp 500 PS als einer der Königs-Boliden der Berge.

Bei Benjamin Noll fiel der Apfel ebenso nicht weit vom Stamm, der Bad Neustädter ist der Sohn von Alexander Hin, der 2019 Deutscher Meister war und heuer zum zweiten Mal in Folge den dritten Platz in der Europameisterschaft der Sportprototypen herausfuhr. Mit DMSB-Sondergenehmigung durfte Benjamin Noll vor drei Jahren schon als 18-jähriger Novize sofort auf dem Osella FA 30 – der neben dem Nova Proto das schnellste Auto in Europa ist – einsteigen. Da spielte auch die perfekte Betreuung von Rennsporttechnik Lang aus Schweinfurt mit Uwe Lang und Georg Lang mit. Während Alexander Hin international für Furore sorgt und vom Team von Christian Merli betreut wird, sorgte der Sohnemann in Deutschland für Schlagzeilen. Da Patrik Zajelsnik heuer wegen familiärer Schicksalsschläge drei Rennen pausierte, tat sich die Chance für den studierten Immobilienwirtschaftler auf, der an Routine zulegte, noch risikoreicher fuhr und sich dadurch an allen Bergen steigerte.

von Hartmut Hess