Bergrennen in Deutschland

Offener Brief: Promotorenschaft für die Disziplin Bergrennen eine Zumutung

Liebes DMSB-Präsidium, Liebe Mitarbeitende,

Als vor der Saison 2026 die Promotorenschaft für die Disziplin Bergrennen an den Berg-Cup e.V. vergeben wurde, war die Resonanz in der Szene gepalten. Einerseits war damit die Hoffnung verbunden, dass der deutsche Bergrennsport, insbesondere die Div. II der Sport- und Formel-Wagen aufgewertet würde und die ihnen zustehende Darstellung in der Außenwirkung erhalten würde, anderseits gab es Skeptiker, die befürchteten, der Berg-Cup e.V. würde sich nur auf ihre Klientel der Tourenwagen-Oldtimer kümmern und die Promotorenschaft eh nur übernehmen, um die Hubraumklassen wieder aufleben zu lassen. Leider kam es dann noch schlimmer als befürchtet.

Es gibt keinerlei Berichterstattung über die DBM, alle Online-Berichte beziehen sich nur auf die in den KW Berg-Cup eingeschriebenen Fahrzeuge, bieten dem Deutschen Bergrennsport keinerlei Mehrwert und geben nur in Textform die Ergebnisse wieder, die eh schon jeder kennt, alles wie in den 90iger Jahren. Es gab weder neue Impulse noch neue Starter, ganz im Gegenteil, immer mehr Fahrer wandern zu der GLP-Szene ab. Die Wiedereinführung der Hubraumklassen war der nächste große Fehler. Wie befürchtet, hat man dadurch die Klassen auseinander gerissen und es kommt bzw. kam bei jedem Rennen zu den unliebsamen Klassenzusammenlegungen. Das gab es vorher nicht.

Als Nächstes Unding muss gesagt werden, dass man eine Serie mit einem eigenen Technischen Reglement (NSU Bergpokal)  wertungsberechtigt in der deutschen Bergmeisterschaft gemacht hat, ist ein Schlag ins Gesicht derer die in den „normalen“ Klassen und Gruppen starten. Das ganze gipfelt darin dass der Deutsche Bergmeister für Tourenwagen aus dieser Serie kommt – auf einem 50 Jahre alten Auto! Das ist absolut lächerlich, liebe Freunde. So bekommt man definitiv nichts Neues an den Berg. Wir fragen uns ernsthaft wer das genehmigt hat. Solche Autos gehören in die Oldtimerszene oder maximal in die GLP!

Da stellt sich der interessierte Motorsportler schon die Frage, ob das Projekt Promotorenschaft nicht gescheitert ist. Wofür bekommt der Promoter Geld? Was schuldet er für diese Geldleistung? Mit welcher Begründung wird für die DBM eine Einschreibegebühr verlangt, wo es doch NULL Gegenleistung gibt? Die DBM ist beim Promotor nichts wert! Stattdessen sollen die DBM Platzierten die Siegerehrung noch selbst zahlen-die KW Berg Cup Teilnehmer hingegen bekommen alles gestellt! Alles einfach ein großer Witz.

Das Jahr 2026 war für den deutschen Bergrennsport schädlicher als jemals zuvor! Veranstalter wurden geknebelt, Autos kamen keine neuen und die Abwanderrate und die Starterzahlen in der GLP waren so groß wie nie zuvor. Alles das belegen die Starterzahlen bei jeder Veranstaltung. Wäre es nicht besser, den Bergrennsport wieder in die Hände der Profis in Frankfurt zu legen, als Leute damit zu beauftragen, die offenkundig nur wegen dem eigenen Interesse (incl. der finanziellen Vorzüge) tätig werden?

Mit freundlichen Grüßen

M.Zimmer