Bergrennen in Deutschland

Endlich junge Meister am Deutschen Berg – nach 52 Jahren wieder NSU

MICKHAUSEN (red) Vor dem Finalrennen der Deutschen Berg-Meisterschaft drehte sich das Teilnehmer-Karussell bis zum Nennungsschluss. Je mehr Starter in der Klasse besiegt werden konnten, desto mehr DBM-Punkte konnte man einfahren. Bastian Voss und Benjamin Noll, bescherten so dem Veranstalter jede Menge Teilnehmer extra. So ging am Ende die Bergmeisterschaft bei den Rennwagen an den 23-jährigen Benjamin Noll, der im Osella FA30-LRM-V8 den dazu benötigten Klassensieg bei den 3-L-Rennwagen feierte und vor dem herausfordernden Luxemburger Tommy Rollinger im gleichen Modell den zweiten Gesamtrang belegte. Gratulation an alle drei, war gute Show! Nolls Papa Alexander Hin musste nach einem Unfall mit dem Osella PA30-V8-Sportwagen im ersten Trainingslauf am Samstag für den Rest des Wochenendes zuschauen. Wenigstens konnte er so seinen Sohn im Meister-T-Shirt empfangen.

Bastian Voss, der bei einer Niederlage von Noll noch Titelchancen gehabt hätte, gewann im Osella PA2000-Honda die Zweiliter-Sportwagenklasse. Derweil setzte sich sein Kumpel Maximilian Gladbach im Tatuus-Honda-Master aus dem Voss-Rennstall, bei den Zweiliter-Rennwagen durch, Gratulation auch ihnen. Maxis Gegner und Markenkollege Marco Lorig schied nach tollem Kampf mit ihm durch Motorschaden im 3. RL aus.

Mit überlegenen Bestzeiten in allen vier Rennläufen, von denen die drei besten Zeiten addiert wurden, setzte sich Patrik Zajelsnik ins allerbeste Licht. In 46,773 sec für 2,2 Kilometer und über 230 km/h Topspeed unterbot er im dritten Durchgang mit dem optimalen Nova Proto NP01 Emap Turbo seinen eigenen Streckenrekord, den er 2023 im Norma-Judd-V8 aufgestellt hatte, um vier Zehntelsekunden. So feierte der Deutsch-Slowene beim Endlauf zur Deutschen Bergmeisterschaft den fünften Mickhausen-Tagessieg in Folge.

Ein spannendes und bis zuletzt offenes Duell lieferten sich auch die zwei schnellsten Piloten mit geschlossenen und völlig unterschiedlichen Rennfahrzeugen. Nach drei RL lagen „Speedmaster“ im Ford Escort Cosworth und Holger Hovemann im Lamborghini Huracan ST nur um Hundertstel auseinander. Schließlich gewann der Schweizer Vizebergmeister mit TW-Bestzeit im 4. RL vor dem Deutschen; beide gewannen ihre Gruppen nach Hubraum (Klassik) bzw. Performancefaktor. Patrick Orth, der scheidende Meister,  war im Porsche 997 GT3-cup Drittschnellster.

Als DBM-Sieger bei den Tourenwagen stand der auch in Mickhausen in der Klasse Pf5C ungeschlagene Fabian Brügge im BMW 325i schon zuvor fest. Dank einem erneuten Sieg im NSU-Bergpokal mit neuem NSU-Streckenrekord zog Jannik Hofmann noch mit ihm gleich. Nach dem Titel von Willi Bergmeister im Jahr 1974, steht die längst untergegangene deutsche Automobil-Marke NSU nach 52 Jahren wieder ganz oben.

Neben „Speedmaster“ kamen von den angetretenen Ausland-Gästen nur noch Michael Widmer im Hyundai als TCR-Solist und Armin Banz im Duell mit Kadett-Freund Seppi Koch zu Siegerehren. Dazu gewann der Süddeutsche Hansi Eller, 2026 mit Schweizer Lizenz startend, wie schon im Schweizer Bergpokal mit Bombenzeiten im giftgrünen Opel Kadett die 1600er-Klasse.

von Peter Wyss und Thomas Bubel