Bergrennen in Deutschland

Der „Senior“ ist von uns gegangen

MÜNCHEN (thb) Wenige Tage, nach seinem 84. Geburtstag, am 5. August, verstarb Martin Krisam Senior, in seiner Heimat München. Die Trauerfeier für den langjährigen Bergrennfahrer und Mäzen der Sportwagen-Szene in der Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft, findet am Dienstag, den 16. September 2025, um 14 Uhr 15 auf dem Waldfriedhof München (alter Teil) statt.

Martin Krisam Senior begann in den 1960er Jahren mit dem Motorsport bei Flugplatzrennen, Slalom und auf dem Nürburgring. Bis 1975 fuhr der „Senior“ beispielsweise auf BMW 2002 Schnitzer, einem BMW CSL Coupé, BMW 1600 Tisa.  Die elterliche Spedition wuchs und so kam es, dass Martin Juniors Großvater dem verstorbenen den Motorsport kurzer Hand, zu Gunsten der Firma, untersagte.

Als der Großvater nicht mehr da war, bedeutete dies den Startschuss für den zweiten Teil seiner Motorsportkarriere, wo auch etwas später Martin Junior, nach seinem Studium und der Bundeswehrzeit, dazu stoßen sollte. Schon seit 1981 pflegte der Senior einen guten Kontakt zur Rennsportwagen-Marke URD. Bereits in seiner „Verbotszeit“ war er als Teammitglied bei URD-Rennwagenbau und dem Rennteam im Einsatz. Auch in “seinem“ Motorsportclub, der Scuderia München, war er seit dieser Zeit in der Vorstandschaft aktiv und organisierte Slaloms und Orientierungsfahrten.

Ab Mitte der 1980er Jahren waren Martin Krisam „Senior“ und der „Junior“  fester Bestandteil der Int. ONS Deutschen Berg-Meisterschaft., viele Jahre auf diversen Modellen von URD. Bis zur Jahrtausendwende gab es kaum ein Bergrennen in Deutschland, ohne den Namen Krisam in der Starterliste. In den 1990er Jahren ging die Ära URD zu Ende und Krisam Rennsport blühte mit der Erweiterung „Osella Germania“ weiter auf. So fanden zahlreiche Osella Sportwagen den Weg an den Deutschen Berg.

Auch auf der Rundstrecke, in der von Walter Pedrazza ausgerufenen Sports Car Challenge, war das Münchner Vater-Sohn-Gespann erfolgreich am Start. Der „Senior“ feierte dort im Jahr 2001, mit seinen damals 60 Lenzen, noch den beachtlichen Divisions-Sieg. In der Scuderia München war er gefühlte 30 Jahre Vorstandsvorsitzender und zuletzt Ehrenmitglied. Über Jahrzehnte hinweg hat er diesen Verein mit Herz, Engagement und unermüdlichem Einsatz geprägt. Sein Wirken hat bleibende Spuren hinterlassen – nicht nur in der Vereinsgeschichte, sondern auch in den Herzen aller, die ihn kannten.

von Thomas Bubel